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Gesetzesänderung in der Kassenführung

Gesetz zur Aufbewahrung digitaler Unterlagen bei Bargeschäften 2002

 
Seit dem 01. Januar 2002 unterliegen aufgrund des Gesetzes zur Aufbewahrung digitaler Unterlagen bei Bargeschäften (§ 147 Abs. 1 AO) alle Unterlagen, die in vorgelagerten Systemen der Buchführung erfasst werden, der gleichen revisionssicheren Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflicht wie die Buchführung. Diese Daten sind folgendermaßen aufzubewahren: 

  • jederzeit verfügbar

  • unverzüglich lesbar 
  • maschinell auswertbar 

Anforderungen aus dem BMF-Schreiben zur Aufbewahrung digitaler Unterlagen bei Bargeschäften 2010

Im Wesentlichen definierte das BMF-Schreiben vom 26. November 2010 (BStBl I S.  1342) folgende Anforderungen:

  • tägliche Aufzeichnung aller Einzeldaten der Einnahmen und Ausgaben  
  • unveränderbare, digitale Speicherung aller Kassenumsätze für mindestens zehn Jahre 
  • einzelne, vollständige, richtige, zeitnahe und geordnete Sicherstellung aller Geschäftsvorfälle   
  • alle Kassenumsätze müssen digital prüfbar und auslesbar sein 

Bis zum 01. Januar 2017 bestand eine Übergangsfrist um diese genannten Anforderungen  zu erfüllen. 

Darüber hinaus ist der Buchführungspflichtige angehalten folgende Daten und Unterlagen aufzubewahren und ggfs. bereitzustellen:

  • Daten für Auswertungen, Programmieranleitungen (Konfigurationen) und Änderungen für Stammdaten (Verfahrensdokumentation) 
  • sämtliche Journaldaten 
  • Programmier-/Konfigurations-, und Bedienungsanleitung der Kasse 
  • den Einsatzort und die Einsatzzeiten von Kassen

Gesetz zum Schutz von Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen 2016

Zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Kassenführung wurde der Gesetzentwurf des Deutschen Bundestages zum Schutz von Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen am 16.12.2016 veröffentlicht. Die Steuerbehörden werden im Zuge dessen die vorschriftsmäßige Anwendung überprüfen und erweitern im Jahr 2018 ihre Kontrollinstrumente um die Kassen-Nachschau (§ 146b AO) . Dieses Kontrollsystem erlaubt dem Fiskus eine unangemeldete Kassenkontrolle zur Aufklärung von Steuerbetrug. Es ist zu gewährleisten, dass der Datenzugang der digitalen, aufzeichnungs- und aufbewahrungspflichtigen Kassendaten ermöglicht wird. 
Im Rahmen der Überprüfung kann die Datenüberlassung gefordert werden. Die Kassensysteme müssen den Export von Einzeldaten mit allen Strukturformaten in einem für das Finanzamt lesbaren Format unterstützen. 

Neben diesen Anforderungen ist lediglich der Einsatz von zertifizierten Kassensystemen ab dem Jahr 2020 gestattet (§ 146a Nr.3  Abs. 1 AO). Dies Erfordert die Einbindung von Sicherheitseinrichtungen.
Diese Sicherheitseinrichtung muss  folgende Bestandteile vorweisen: 

  • ein Sicherheitsmodul
  • ein Speichermedium 
  • eine digitale Schnittstelle

Weitere Informationen und eine Handelsempfehlung finden Sie hier im Mandantenbereich der raw Homepage. 

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